Schreibbüro, Schreibservice, Schreibdienst




Auszug aus dem Wikipedia-Artikel, der freien Enzyklopädie, zum Thema Schreibbüro
(Stand 08. Oktober 2007):



Schreibbüro

Das Schreibbüro bzw. Schreibservice oder Schreibdienst ist ein eigenständiges Unternehmen oder eine Unternehmensabteilung, deren meist ausschließliche Aufgabe es ist, Diktate zu transkribieren.


Wirtschaftliche Bedeutung

Der Wert der pro Jahr in Deutschland erbrachten Schreibdienstleistungen wird auf 10 bis 15 Milliarden Euro geschätzt. Der größte Anteil davon entfällt auf festangestellte Mitarbeiter in den Unternehmen.

Durch die permanent wachsende Verbreitung von digitaler Diktiertechnik ist es möglich geworden, Diktate schnell und kostengünstig an jeden Ort der Welt zu senden, sodass Transkriptionsdienstleistungen zunehmend an externe Schreibdienstleister vergeben werden. SSL-Verschlüsselungstechnik ermöglicht dabei auch professionellen Vieldiktierern - Ärzte, Gutachter und Rechtsanwälte - die legale und sichere Nutzung von externen Schreibdiensten.

Das größte Schreibbüro in Deutschland, die Firma AlsterText, beschäftigt bereits mehr als 150 Schreibkräfte.

In den USA wird bereits jedes zweite medizinische Diktat von externen Schreibdienstleistern geschrieben; das weltgrößte Schreibbüro MedQuist beschäftigt mehr als 10.000 Schreibkräfte. Der Markt für Transkriptionsdienstleistungen ist sowohl in den USA als auch in Europa sehr stark zersplittert, da es neben den großen Schreibbüros auch Tausende Ein-Mann(Frau)-Unternehmen gibt, sogenannte „Mom & Pop-Companies“, die auf der Suche nach einer Home-Office-Tätigkeit aus der Arbeitslosigkeit ("Ich-AG") oder der Elternzeit heraus gegründet werden.


Schreibdienst im medizinischen und im juristischen Bereich

Das mit Abstand größte Diktiervolumen wird in der Medizin produziert. Praktisch jede Operation und jeder Befund müssen schriftlich in der Patientenakte dokumentiert werden. Bei Entlassungen oder Überweisungen wird meist ein ausführlicher Arztbrief (Epikrise) an den weiterbehandelnden Arzt gesendet. Diese Berichte werden zwar vom Arzt diktiert, aber aus Zeit- und Kostengründen in der Regel von - kostengünstigeren - Schreibkräften geschrieben.

Der zweitgrößte Anteil am Diktiervolumen kommt aus dem juristischen Bereich. In Deutschland diktieren die rund 400.000 Mediziner und 60.000 Juristen rund 90 % aller Diktate.